Praxis für Logopädie und Lerntherapie JUTTA FRANZ‑PAUL


Aphasie

Die Aphasie ist eine zentrale Sprachstörung, die bei Erwachsenen als Folge einer Hirnverletzung eintritt. Die häufigste Ursache für eine Aphasie ist der Schlaganfall, aber auch ein Hirntumor oder eine Schädel-Hirn-Verletzung z. B. nach einem Unfall oder einer Hirnoperation, können die Ursache einer Aphasie sein.

Eine Aphasie ist eine Sprachstörung, bei der alle Bereiche der sprachlichen Leistungen betroffen sind; das Sprechen, das Verstehen von Sprache, das Schreiben, das Lesen und die Zahlenverarbeitung. Allerdings ist die Aphasie keine Denkstörung. Der aphasische Patient ist nicht verwirrt. In Gesprächsituationen weiß er meist, was er sagen will. Versucht er jedoch die entsprechenden Worte zu finden, wird er durch aphasische Symptome daran gehindert.

Das können sein:

  • Wortfindungsstörungen
  • grammatische Störungen des Satzbaus (Agrammatismus oder Paragrammatismus),
  • Verwechselung von Lauten, phonematische Paraphasien (Buf anstatt Bus)
  • Verwechselung von Wörtern mit ähnlicher Bedeutung -semantische Paraphasien (Stuhl anstatt Tisch)

Diese Symptome kommen nicht nur beim Sprechen, sondern auch beim Lesen, Schreiben und Verstehen vor.

Zusätzlich kann es noch zu weiteren Funktionsausfällen kommen, wie

  • Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen
  • Sehstörungen (Hemianopsie)
  • Gesichtslähmungen (Fazialisparese)
  • Lähmungen an Armen und Beinen, meist einseitig (Hemiparese).

Hauptformen von Aphasien:

Globale Aphasie:

Schwerste Form der Aphasie. Meist ist das Sprechen unverständlich. Die Patienten können nur wenige Worte oder Silben produzieren. Das Sprachverständnis ist schwer gestört. Ebenso das Lesen und Schreiben.

Broca Aphasie:

Das Sprachverständnis ist noch recht gut erhalten. Das Sprechen allerdings deutlich verlangsamt. Häufig kommt es zu schweren Wortfindungsstörungen, die Sätze sind inkomplett und ohne grammatikalische Regeln (Telegrammstil). Laute können vertauscht oder weggelassen werden.

Wernicke-Aphasie:

Das Sprachverständnis ist meist erheblich gestört. Der Sprachfluss gut erhalten, wobei es teilweise zu einer überschießenden Sprachproduktion kommen kann (Logorrhoe). Der Zuhörer hat oft Mühe, das Gesagte zu verstehen. Der Patient selbst nimmt seine sprachlichen Probleme nicht immer ausreichend wahr. Das Lesen und Schreiben kann unterschiedlich betroffen sein.

Amnestische Aphasie:

Das Sprachverständnis ist relativ gut erhalten. Hier stehen die Wortfindungsstörungen im Vordergrund. Der Patient findet häufig nicht die richtigen Wörter oder Ausdrücke. Ein Gespräch zu führen ist aber recht gut möglich.

Darüber hinaus existieren noch weitere Unterformen von Aphasien, die den o.g. Aphasien nicht zugeordnet werden können

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