Praxis für Logopädie und Lerntherapie JUTTA FRANZ‑PAUL


Stottern

Jugendliche und Erwachsene

Unter Stottern versteht man Störungen des Redeflusses, die gekennzeichnet sind durch Wiederholungen von Lauten, Silben und Wörtern bzw. Dehnungen und/oder Blockaden, die das Verharren vor oder in einem Wort hervorrufen. Auffällige Bewegungen der Mimik und Körpermotorik (sog. Mitbewegungen) können bei chronischem Stottern auftreten, ebenso emotionale Begleiterscheinungen wie Angst-, Wut-, Schamreaktionen, sprachliches und/oder soziales Vermeideverhalten. Oft ist die gesamte Kommunikation beeinträchtigt, auch die Situation des Gesprächspartners. Stottern wird daher auch als Kommunikationsstörung bezeichnet.

Die Ursachen des Stotterns sind nach wie vor nicht bekannt. Das Versprechen eines schnellen Erfolges, wie häufig in den Medien dargestellt, ist äußerst kritisch zu betrachten. Eine qualifizierte Stottertherapie braucht Zeit. Statt schneller Erfolge, ist die Langfristigkeit in den Vordergrund zu stellen.

Es gibt momentan zwei erfolgreiche Therapiemethoden, die in unserer Praxis Anwendung finden und jeweils an die individuelle Situation des Patienten angepasst werden:

  • Fluency Shaping: Veränderung der Sprechweise
  • Stottermodifikation: Veränderung des Stotterns

Mit beiden Methoden kann der Redefluss deutlich und nachhaltig verbessert werden. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Sprechen, Geduld und Ausdauer, sowie das Üben der erlernten Techniken sind unerlässlich für den Erfolg.

Kinder

Im Zeitraum zwischen 2 und 4 Jahren (manchmal auch noch später) treten im Rahmen der Sprachentwicklung Stottersymptome auf, die sich in lockeren Wiederholungen von Satzteilen, Wörtern oder Silben zeigen, oder im kurzen Innehalten, um ein entsprechendes Wort zu finden.

Die Entwicklung und Ausprägung des Stotterns ist altersunabhängig.

Eine Diagnostik mit Beratung ist dann sinnvoll, wenn sie als Eltern folgende Warnsignale beobachten:

  • Anstrengung oder Mitbewegung beim Sprechen
  • Frustration oder Rückzug des Kindes
  • Sorge und Unsicherheit von ihrer Seite im Umgang mit dieser Situation.

Eine logopädische Diagnostik ist auch bei ganz jungen Kindern auf spielerische Art und Weise möglich.

Es gibt momentan zwei erfolgreiche Therapieansätze, die individuell am Kind orientiert eingesetzt werden, wobei auch eine Kombination möglich ist:

Indirekter Ansatz
Hierbei steht die Sprechfreude im Vordergrund. Die jungen Patienten werden nicht direkt mit ihrem Stottern konfrontiert.

Direkter Ansatz
Auf spielerische Art und Weise wird direkt am Sprechen und den Stottersymptomen angesetzt.

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